Auf dem Weg nach Obliadooh.....

Die Fritz Rudolf Fries Gesellschaft e.V.

Warum gibt es eine Fritz-Rudolf-Fries-Gesellschaft?

Am 13. April 2018 hat sich im Café PAN im Theater der Jungen Welt am Lindenauer Markt in Leipzig, nicht weit von Fries` Leutzscher Wohnung, eine literarische Gesellschaft unter seinem Namen gegründet: die Fritz-Rudolf-Fries-Gesellschaft e.V.. Der Verein verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke; so haben die Gründungsmitglieder der Gesellschaft es sich zur Aufgabe gemacht, die Auseinandersetzung mit dem literarischen Werk in seiner ganzen Breite und in seinem künstlerisch-politischen Spannungsfeld zwischen ästhetischer Innovation, DDR-Kulturpolitik und Staatssicherheit zu fördern.

Was will die Gesellschaft?

Die Fritz-Rudolf-Fries-Gesellschaft setzt sich für die öffentliche Wahrnehmung des Werkes und damit in Beziehung stehender Literatur, Orte und Personen, insbesondere in Leipzig und im Leipziger Westen ein.

Welchen Vorteil haben Mitglieder?

Wir möchten Kontakte zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft aufbauen. Das verwirklicht der Verein durch Lesungen, Gesprächsrunden, literarische Wanderungen, Aktionen und Publikationen. Die Mitglieder erhalten regelmäßig Infobriefe und werden zu allen Ereignissen persönlich eingeladen. Mitglierdsanträge erhält man unter info@fries-gesellschaft.de.

Fritz Rudolf Fries

Fries lebte von 1942-1960 im Leipziger Stadtteil Leutzsch. Leutzscher Umstände verarbeitete er bis zuletzt immer wieder in seinen Texten und verband sie häufig mit in der Ferne liegenden Sehnsuchtsorten. „Die Ferne war immer nahe in Leutzsch“ schrieb Fries, der den ehemaligen Leutzscher Wasserturm augenzwinkernd als eine „Miniaturimitation des Pariser Eiffeltums“ bezeichnete.
Fries wuchs in Bilbao mit der deutschen wie der spanischen Sprache auf, hatte Verwandte in Argentinien und den USA, deren Pakete märchenhafte Dinge und Botschaften ins nachkriegsversehrte Leipzig trugen. Er wurde einer der wichtigsten Vermittler der spanischen und lateinamerikanischen Literatur in der DDR und einer ihrer weltläufigsten Autoren. Die souveräne Anverwandlung unterschiedlicher Einflüsse offenbarte sich bereits in seinem 1966 nur in Westdeutschland erschienenen Debüt Der Weg nach Oobliadooh, dessen Modernität und Fremdartigkeit allerdings auch seine Rezeption erschwerte.

Aufgrund dieser Veröffentlichung verlor Fries seine Arbeitsstelle an der Berliner Akademie der Wissenschaften und schlug sich fortan als freier Autor durch. Unter anderen Umständen würde er heute wohl als bedeutender Vertreter der deutschsprachigen Literatur der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gelten. 1996 jedoch machte Fries seine Mitte der 70er Jahre eingegangene Stasi-Verstrickung selbst öffentlich, zeigte dabei aber wenig Bereitschaft, die Rolle des Reumütigen einzunehmen.



Mittlerweile sollte es möglich sein, sich ohne vorgefasste Meinung mit dieser Einlassung zu befassen. Höchste Zeit ist es, zur Wiederentdeckung dieses anspielungsfreudigen und gewitzten, herausfordernden und herausragenden Autoren einzuladen und anzuregen. Gerade hier in Leipzig.



Veranstaltungsankündigung

Das Luftschiff – die phantastischen Flüge des Fritz Rudolf Fries

Film und literarisches Gespräch mit Rainer Simon (Regisseur) und Helmut Böttiger (Literaturkritiker)

Zeit: am Freitag, 29. November 2019, um 20 Uhr
Ort: Grüner Salon, Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50, 04229 Leipzig
Eintritt: frei, Spende erwünscht


Die Verfilmung des Romans „Das Luft-Schiff“ von Fritz Rudolf Fries kam in der DDR 1983 in die Kinos. Gerade das Experimentelle des Filmes, aber auch seine Übertretung von Grenzen machten ihn wenig massenkompatibel. Gleichzeitig rückte es ihn aus dem Sichtfeld der staatlichen Zensur. Die von Fries zwischen realistischen und phantastisch-utopischen Elementen changierende Textvorlage wurde in der Regie von Rainer Simon und versehen mit expressionistischen Illustrationen von Lutz Dammbeck zu einem der eigenwilligsten Werke in der Geschichte der DEFA. Bei Filmkennern können da durchaus Gedanken an Filme der Altmeister Tarkowski oder Angelopoulos auftauchen. Erzählt wird in Film und Roman die Geschichte eines besessenen Erfinders aus Leipzig, der nach Spanien auswandert und davon träumt, ein Windmühlenluftschiff zu bauen. Als er bemerkt, dass die Landebahn, die er in Spanien baut, von den deutschen Truppen im spanischen Bürgerkrieg genutzt werden soll, wendet er sich gegen die Machthaber.

Eine Veranstaltung der Fritz-Rudolf-Fries-Gesellschaft e.V., gefördert von der Stadt Leipzig (Kulturamt).

Ankündigung als PDF

Trailer zum Film


Diese Veranstaltung wird gefördert von:


Kontakt!

Sie haben Fragen zur Gesellschaft, zu Fritz Rudolf Fries oder können und wollen etwas beitragen oder Mitglied werden. Schreiben Sie einfach eine Email an info@fries-gesellschaft.de

Impressum und Datenschutz

Herausgeber
Fritz-Rudolf-Fries-Gesellschaft e.V.
c/o Buchhandlung Seitenblick
Goetzstraße 2
04177 Leipzig

Vereinsregister
VR 6652 (Amtsgericht Leipzig)

vertreten durch den Vorstand
Ansgar Weber (Vorsitzender)
Dr. Mauri-Milena Fries (stellv. Vorsitzende)
Marcus Heinke (Schatzmeister)
Egbert Pietsch (Beisitz)

Spendenkonto bei der Sparkasse Leipzig
IBAN: DE93 8605 5592 1090 1975 40

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